der Regen weckt mich auf
 
sie ist immer noch im Schlaf versunken
(trägt einzig ein paar Tropfen Chanel No. 5),
ihre Haut schimmert im fahlen Morgenlicht,
das (um 6 a.m.) durch dünne Vorhänge hindurch ins Zimmer sickert
 
ein Lufthauch nippt an meiner schweissnassen Stirn,
sieben Sekunden später schlüpfe ich aus dem Bett,
trete in den Garten
(Kiesel kalt und hart unter meinen Füssen),
Tropfen rinnen über meine Lider
(das Prasseln nunmehr ein leichtes Nieseln),
Petrichor löst sich aus der (einst trockenen) Erde,
hängt in Schwaden über Lilien (zwischen Bambushalmen)
 
das Klicken eines Feuerzeugs,
ich wende mich um:
nun in eine dünne Bluse gehüllt
(die Arme verschränkt,
hastig an einer Zigarette ziehend)
starrt sie mich an,
Tropfen rinnen ihr Schlüsselbein entlang,
sie leckt den Regen von ihren Lippen
 
Nebel kräuselt sich an ihren Ohrläppchen,
bildet Lachen im Kies,
(einen Moment lang:) ihr Lithiumlächeln,
sie streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht
 
ihre Zunge schmeckt nach Singapur