Ich schaue dem Gletscher zu und erinnere mich daran, wie eisig kalt es zwischen uns - nicht geworden ist, sondern immer schon gewesen ist. Der Gletscher schiebt sich Millimeter um Millimeter voran und bricht doch immer wieder unter der Last der Sommerhitze zusammen.

Das glaziale Verhältnis zwischen uns, der Permafrost, in dem es zu keinem Auftauen kommen kann. Doch sehnt es mir nach dir. Julie, o Julie, wie ich deine Lippen vermisse, die ich nie gekostet, aber die ich wie den Rest deines Antlitzes begehrt habe. Doch nähere ich mich dir, dann spüre ich deine Kälte mir entgegen wehen und mich beginnt es innerlich zu frieren. Stehe ich dir dann gegenüber, gletscherkalt und blicke dir aus nächster Nähe ins Auge, muss ich mich konsterniert fragen, wie in mir je ein solches Feuer für dich lodern konnte.

Julie, o Julie, so müssen wir uns halt weiterhin aus der Ferne begehren, ohne je hoffen zu dürfen, mit einem hauch derselben Affektion ein Wort wechseln zu können.