Eine kalte Julisonne brannte Löcher hinter meine Stirn. Ich schritt die Allee entlang. Eine Brise verfing sich im rosanen, zuckerwattegleichen Laub der die Strasse säumenden Bäume. Der Asphalt glühte hellgrau unter meinen Schuhen. Schweisstropfen rannen meinen Nacken entlang, tränkten den gestärkten Hemdkragen mit salziger Nässe.

Aus den vereinzelten Haselsträuchen flog ab und an ein Schwarm blasenförmiger Kolibris und umhüllte mich mit süssem Gezwitscher und pudrigem Flügelschlag, während die winzigen Vögel Nektar aus dem Nelkenstrauss sogen, den ich in der Hand trug.

Meile um Meile liess ich hinter mir, während klimatisierte Automobile und kleine Kinder auf bunten Velos (Lollipops in den Mündern und die ersten Stunden der Sommerferien kostend) an mir vorbeibrausten.

Stunden später erreichte ich die abgelegene (und ebenso verlassene) Farm. Ich betrat das längliche und unüblich flache Ebenholzgebäude durch einen Seiteneingang. Der Schlüssel passte.

Ein kühler Schwall jahrealter Zimmerluft strich über meine Lider. Der Geruch von Sonntagsbraten und Blaubeertörtchen hing darin, verschwand aber rasch wieder, als ein Schwarm Schmetterlinge aus einem andern Raum rauschte und sich auf meinem Hemdkragen niederliess. Ich ignorierte ihre Rüssel, die sich hin und wieder auf meine Haut verirrten und zog eine Blaupause hervor.

Im Kellergeschoss standen Styroporkisten gefüllt mit Rüben und anderen Wurzelgewächsen. Sie sahen frisch aus, als entstammten sie der diesjährigen Ernte.

Minuten später schloss ich eine weitere, tief unter dem Rübenkeller liegende Türe auf.

Hinter ihr lag ein hoher, aber schmaler Gang. Preussische Symbole zierten die Wände.

Der Gang mündete schliesslich, nach einer kurzen, aber harten Steigung, in einer weiteren, diesmal unverschlossenen Türe. Ich öffnete sie und blinzelte das grelle Sonnenlicht aus meinen Augen. Eine kathedralenförmige Kuppel durchbohrte ein paar Meter Erdboden, sanft wogendes Grasland, bevor sie schliesslich weit über den Pappelzipfel endete.

Rankengewächse füllten die Kuppel mit blutroten Blüten und myzelweissen Ästchen, an denen krude geformte Beeren hingen. Kolibris, Schmetterlinge und handgrosse Flughunde flatterten in der morbid süsslichen Luft.

Gräuliche Sporen hingen im Äther, blieben an meiner Haut kleben. Als ein Hustenanfall meinen Körper schüttelte, bemerkte ich die morsche Konsistenz meiner Rippen. Minuten später schlug die Haut an meinen Händen winzige Bläschen. Im selben Moment fielen mir die zitronengelben Salamander auf, die erratisch über den Boden huschten. Schwarzes Sonnenlicht füllte meine Pupillen mit milchweicher Kälte. Danach begann sich die Realität zu fragmentieren.